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Presseberichte 2007
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Der Tag, an dem die Welt kopfstand
Weltrekordversuch in Berlin: Beim Yoga-Festival sollte es zu einem Massenkopfstand kommen VON TOM WOLF
Es war so weit. Ich nahm die Kindspose im Fersensitz ein, legte die Unterarme übereinander, setzte sie vor mir auf den Boden, sodass die Ellenbogen in Schulterbreite fest auflagen, dann formte ich einen Winkel aus ihnen und verschränkte die Hände. Ich setzte meinen kahlen Scheitel auf den Boden, sodass der Handkorb meinen Hinterkopf enthielt, und winkelte vorsichtig die Beine an. Ich spürte den Druck der Erde. Da endlich trug ich die Welt, geformt wie eine Orange, auf meinem Kopf. So wurde sie erträglich.
1.000 Gesäße standen über den 1.000 Köpfen der Yogis. Und das mitten in Berlin, zwischen Kanzlerpark und Hauptbahnhof. Doch das war nur das, was der unerleuchtete, profan außenstehende Beobachter zu sehen vermochte. Ich dagegen sah, wie wir die Welt aus den Angeln hoben und sie absenkten. Wahlweise mit dem Bundeskanzleramt oder dem Hauptbahnhof als Kissen darunter. Verschwommen nur noch drangen die Stimmen der Umstehenden in mein Ohr. Das Blut strömte in meinen Kopf, die Beine standen fest im Himmel. Die Energie aus der großen Mutter Erde strömte direkt in mich. Wie gut, dass ich beim Frisör gewesen war.
"Langsam wird es wirklich spannend!", hörte ich die Stimme eines Radioreporters. "Wird der am 19. August 1995 beim 73. Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfest in Freyburg/Unstrut aufgestellte und bislang gehaltene Weltrekord im Massenkopfstand gebrochen werden, wo 856 Turner im Alter von 10 bis 88 Jahren gemeinsam über 30 Sekunden lang auf dem Kopf standen?" Törichte Frage, denke ich, du Tor, Tor, der du bist, Unerleuchteter! Es gibt keinen Kampf zwischen Turnern und Yogis. Die Yogis sind friedlich. Sie wollen den Krieg selbst bekämpfen, sagt der Meister.
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taz - die tageszeitung vom 02. Juli 2007
Ekstase im Shanti-Park
Tausende Yogis und Yoginis treffen sich bis Sonntagabend beim größten deutschen Yogafestival. Es startet um 14 Uhr im mit Großzelten, Rollrasen und Marktplatz bunt ausstaffierten Shanti-Park auf dem Moabiter Werder, Alt-Moabit 141.
Fragen an Initiator Stefan Datt.
Ist das nur was für Yogafreaks oder auch für blutige Anfänger?
Für beide, das ist das Schöne. Berlin ist Europas Yoga-Mekka. Die besten Lehrer aus aller Welt bieten leichte Übungsstunden und anspruchsvolle Workshops an. Und für Kids gibt’s ein Extraprogramm mit Betreuung. Die indische Feuerzeremonie Freitagabend wird toll und auch Vollmondyoga mit Mitternachtsmeditation am Sonnabend. Als lustige Gemeinschaftsaktion gibt’s einen Weltrekordversuch im Massen-Kopfstand mit mindestens 400 Leuten. Und danach ein abgefahrenes Fusion-Konzert mit Prem Yoshua. Wenn’s dazu gewittert, ist das reine Ekstase!
Und was sollen Yoga- und Indienhasser tun?
Auf den Fernsehturm fahren und so die Lebensperspektive erweitern. (gba)
Der Tagesspiegel vom 29. Juni 2007




